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Unterm Strich - Detektionsmethoden

Unterm Strich - Detektionsmethoden

Ihr Kompass für den Feature-Dschungel. Von unseren Produktmanagern. Thema heute: Detektionsmethoden. Von Mathias Burkard


In der Videoüberwachung kommt häufig die einfache Bewegungserkennung zum Einsatz. Wird im Bild oder in vordefinierten Bildbereichen eine Bewegung erkannt, wird ein Trigger ausgelöst, der dann einen Alarm auslöst, die Szene aufschalten oder eine Aufzeichnung starten kann. Die Bewegungserkennung kann sowohl in der Kamera als auch auf dem Aufzeichnungssystem erfolgen. Die technologische Weiterentwicklung führt zu Analysealgorithmen mit Objektklassifizierung und -verfolgung. Die Effizienz der bildbasieren Analyse steht und fällt mit der Bildqualität (z. B. Rauschen, Artefakte) und den Umgebungsbedingungen (z. B. Regen, Schnee, Nebel, Gegenlicht). Hochwertige Analysesoftware kann diese Störfaktoren minimieren.


PIR-Melder
Passiv-Infrarot-(PIR)Melder reagieren grundsätzlich auf die Infrarotstrahlung in der vom Melder abgedeckten Umgebung. Wird ein definierter Schwellwert überschritten, z. B. durch Vorbeigehen einer Person, wird ein Trigger ausgelöst. In der Einfachheit dieser Technik liegt aber auch das Problem. Die Reichweite einfacher preisgünstiger Geräte ist gering und die Gefahr von Fehlalarmen durch Tiere ist vergleichsweise hoch. Für die professionelle Perimeterüberwachung kommen Geräte mit optimierter Detektionsqualität durch Einsatz von DSP-Technologie und Spiegeloptiken sowie fernsteuerbare Systeme zur Einbindung in Managementsysteme zum Einsatz. Sogenannte Vorhangmelder erzielen Reichweiten von über 200 Meter, Bereichsmelder wiederum sind speziell zur Abdeckung von Kriechzonen im Nahfeld optimiert.


Radarsensoren
Die Radartechnologie ist eine bewährte Technologie aus der Luft- und Raumfahrt und basiert auf der Aussendung von Radiowellen und der Auswertung der resultierenden Objektreflexionen. Es können Objektgröße, Entfernung und Geschwindigkeit von und zum montierten Radarsensor ermittelt und grafisch dargestellt werden. Durch den Austausch von Koordinaten können PTZ-Kameras auf das detektierte Objekt ausgerichtet werden. Da Radiowellen sich unabhängig von Umgebungslicht und Wetter ausbreiten, liefern Radarsysteme in allen Umweltsituationen zuverlässige Ergebnisse und wenig Fehlmeldungen. Lizenzfreie Radarsysteme im 24-GHz-Band erreichen eine Reichweite bis 50 m bzw. eine Flächenabdeckung über 2000 m2. Durch die insbesondere durch die Automobilbranche kommerzialisierte Technologie sind mittlerweile Geräte mit gutem Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt.


Wärmebildkameras
Die effizienteste aber auch teuerste Detektionsmethode ist die Nutzung von Wärmebildkameras. Sie eignen sich besonders für die Überwachung von Perimetern mit sehr hohem Sicherheitsanspruch. Die Wärmebildtechnologie funktioniert unabhängig von Lichtverhältnissen und liefert immer hervorragende Ergebnisse, selbst bei Schnee, Rauch und Nebel. Unter Nutzung spezieller Software zur Perimeteranalyse können Perimeterbereiche zonenweise überwacht und das Bildmaterial im Alarmfall zur Bewertung und Identifi zierung des Ereignisses genutzt werden.


Auswahlkriterien
Für die Auswahl der passenden Detektionsmethode gibt es einige Kriterien zu beachten. Allen voran muss sie natürlich zu den Anforderungen passen, und das sowohl in puncto Qualität und Effektivität der Ergebnisse als auch hinsichtlich der Integration in bestehende Topologien und Managementsysteme. Für beweiskräftiges Material im Ereignisfall sollte allerdings immer die Kombination mit Tag/Nacht Kameras in Betracht gezogen werden. Und letztendlich sind natürlich auch die Kosten ein wichtiger Faktor bei der Auswahl.

22. Januar 2018 | Kategorien: Security