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Unterm Strich - OLED-Displaytechnologie

Unterm Strich - OLED-Displaytechnologie

Ihr Kompass für den Feature-Dschungel. Von unseren Produktmanagern. Thema heute: OLED-Displaytechnologie. Von Markus Hold


OLED – seit längerer Zeit steht sie schon parat, noch kann sich die neue Display-Technologie jedoch nicht durchsetzen. Was können wir von OLED erwarten und worin liegen die Hürden für die Massentauglichkeit derzeit noch?


Seit dem Ende der Röhrenmonitore Anfang der 2000er Jahre hat sich die LCD-Technik in nahezu allen Bereichen des Display- und Fernsehgerätemarktes durchgesetzt. Zwischenlösungen, wie z. B. die Plasmatechnologie, sind in den meisten Marktsegmenten heute längst wieder verschwunden. LCD steht für Liquid Crystal Display, auf Deutsch Flüssigkristallanzeige.


Was ist die Funktionsweise der LCD-Technologie?


Die Funktionsweise der LCD-Technologie besteht darin, dass Flüssigkristalle die Polarisationsrichtung von Licht beeinflussen, wenn ein bestimmtes Maß an elektrischer Spannung an sie angelegt wird. Vereinfacht ausgedrückt lassen sie, je nach angelegter Spannung, mehr oder weniger viel Licht durchscheinen. Bei LCD-Panels wird dieser Effekt durch die sogenannte Hintergrundbeleuchtung genutzt, die bis vor einigen Jahren noch aus Leuchtstoff röhren (CCFL) bestand, später jedoch weitestgehend von sparsameren und langlebigeren LEDs abgelöst wurde. Da die Lichtdurchlässigkeit von Flüssigkristallen nicht vollständig gegen Null geht, werden bei hochwertigen LCD-Panels Hintergrund-LEDs punktuell gedimmt, um einen tieferen Schwarzwert zu erzeugen.


Was versteht man unter OLED?


OLEDs benötigen keine Hintergrundbeleuchtung, sie leuchten selbst in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. OLED steht für Organic Light Emitting Diode, auf Deutsch Organische Leuchtdiode. Ein OLED-Panel besteht demnach, je nach Auflösung, aus mehreren Millionen einzelner Leuchtdioden.


Während die Herstellung kleinerer OLED-Panels, wie sie z. B. für Smartphones eingesetzt werden, noch vergleichsweise preiswert ist, wird sie mit zunehmender Größe teurer. Gründe dafür sind zum einen die aufwändigere Ansteuerung der einzelnen LEDs, zum anderen der zunehmende Strombedarf, dem die winzigen Leiterbahnstrukturen entgegenstehen. Im Gegensatz zu den nicht selbst leuchtenden Flüssigkristallen, an denen nur eine Spannung anliegt und nahezu kein Strom fl eßt, benötigt jede einzelne der mehreren Millionen LEDs zum Leuchten eine geringe Menge an Strom. Vor allen Dingen jedoch spielt der hohe Anteil an Ausschuss in der Produktion noch immer eine große Rolle bei den Herstellungskosten. Glaubt man einschlägigen Berichten, so liegt der Yield – so nennt man die Ausbeute brauchbarer Displays – bei maximal 30 %.


Vor- und Nachteile von OLED-Panels


Der größte Vorteil der OLED-Panels ist der höhere Kontrastumfang insbesondere in den dunkleren Bereichen hin zu Schwarz, da ein nicht angesteuertes Pixel schwarz erscheint, während bei Flüssigkristallen auch im Dunkelzustand immer noch etwas Licht durchscheint. Auch die Farbdarstellung ist besser als bei LCD-Panels. Der größte Nachteil der OLEDs ist die vergleichsweise geringe Lebensdauer, die mit zunehmender Leuchtstärke und damit zunehmender Temperatur noch weiter abnimmt. Da die roten, grünen und blauen Leuchtpunkte noch dazu unterschiedlich schnell altern, kommt es im Gesamtbild mit der Zeit zu Farbverschiebungen, und bei langen statischen Bildinhalten zu Einbrenneffekten. Man darf also gespannt sein, ab welchem Zeitpunkt die Hersteller mit massentauglichen OLED-Panels auf den Markt kommen, zurzeit bedienen sie erst einmal nur spezielle Nischen.



19. Juni 2018 | Kategorien: Security